Fassaden
Verwitterte Holzfassaden: die einen sind entzückt, die anderen weniger
Jeanine Troehler
Marketing/Kommunikation | 23.05.2013
Holz lebt. Einer unbehandelten Holzfassade ist deshalb das Alter ebenso anzusehen wie den meisten von uns. Dabei gibt es Holz, das mehr oder weniger verwittert.
Über Geschmack lässt sich streiten. Über Vorteile von unbehandelten Holzfassaden weniger: Diese benötigen weniger Aufwand. Wohingegen alle anderen Fassadenarten – sei es gestrichenes Holz, Verputz, Eternit- oder Glasplatten, häufiger gepflegt und gewartet werden müssen.
Wenn die Patina entsteht
Aber wieso und wie „altern" denn Holzfassaden? Der Verwitterungsprozess, also die Farbveränderung entsteht durch den Abbau von Lignin und deckt als feine Schicht Patina das nach wie vor gesunde Holz ab. Dabei verändert sich die Farbe des unbehandelten Holzes, je nach Höhenlage, Klima und Ausrichtung der Fassade. Dies kann vom hellen Silbergrau über verschiedene Brauntöne bis zu Schwarz gehen. Nach einigen Jahren stabilisiert sich die Farbe von unbehandelten Holzfassaden.
Starke und weniger starke Verwitterung von Holzfassaden
Wer sich für eine die unbehandelte Holzfassade entscheidet, aber dennoch eine schwache Verwitterung wünscht, kann sich für die Lärche entscheiden. Diese Holzart ist von Natur aus widerstandsfähig und bietet eine hohe Resistenz gegenüber dem biologischen Alterungsprozess.
Zwei Beispiele von Häusern mit unbehandelter Lärchenfassade:
Verwitterte, unbehandelte Lärchenfassade eines Doppeleinfamilienhauses

Eine Lärchenfassade kurz nach Fertigstellung im Jahr 2004.

Dasselbe Doppelhaus von vorne, ebenfalls im 2004.

Die Holzfassade 3 Jahre später im 2007.

9 Jahre nach Fertigstellung, im 2013, ist der Verwitterungsprozess
praktisch abgeschlossen.

Die Fassade ist nach fast 10 Jahren regelmässig verwittert.

Die Vordächer bei den zwei Eingängen wurden nachträglich angebaut. Deshalb ist hier unterhalb der Vordächer kein farblicher Unterschied bei der Fassade zu sehen.
Nachtrag zu den Vordächern auf diesem Foto:
Die Vordächer sind eine Metall-Unterkonstruktion mit
einer entsprechenden Blechverkleidung. Wir haben
dafür mit unserem lokalen Partner, der WIMEBA
Metallbau AG in Nebikon, zusammengearbeitet.

Die 9-jährige Lärchenfassade im Fokus
Verwitterte, unbehandelte Lärchenfassade eines Einfamilienhauses

Ein Einfamilienhaus mit unbehandelter Lärchenfassade ein Jahr nach der Fertigstellung im 2005.

Ein Jahr später, 2006 ist die Fassade nur wenig verwittert.

Nach 9 Jahren ist die Lärchenfassade gleichmässig verwittert.

Auch Sträucher sind mittlerweile gewachsen und rahmen das Holzhaus ein.

Die 9-jährige Lärchenfassade aus der Nähe.
Holzfassaden ohne sichtbare Verwitterung
Wer die Natürlichkeit von Holzfassaden mag, aber nicht die sichtbare Verwitterung, kann Holzfassaden deckend streichen oder lasieren. Das Holz kann auch vorbehandelt werden. Damit wird der natürliche Verwitterungsprozess imitiert. Die Fassade sieht zudem bedeutend gleichmässiger aus als bei unbehandeltem Holz.

Fassade aus Fichtenholz mit einer Grundierung und zwei Farbanstrichen im Werk (Baujahr 2003)


Dieselbe Fassade 10 Jahre später, praktisch unverändert


Auch aus der Nähe sind nur kleine Veränderungen sichtbar.
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