Unsichtbar befestigte Fassadenelemente als Kleid für ein Haus

Fassaden

Unsichtbar befestigte Fassadenelemente als Kleid für ein Haus

Jeanine Troehler
Marketing/Kommunikation | 08.07.2013

Grossformatige Eternitplatten lassen sich sowohl sichtbar wie unsichtbar befestigen. Beim Modulhaus in Rothrist haben wir uns – zum Staunen der Besucher - für die unsichtbare Befestigung entschieden. Dabei ging es auch darum, die Montage der Fassade erstmalig in die Vorfabrikation einzubinden und die Prozesse auf diese Weise durchzuspielen. Das war für unsere Mitarbeitenden ein nicht ganz gewöhnlicher Auftrag.

Was heute so schön und selbstverständlich im stilhaus-Garten glänzt, dem ist ein ganzes Stück Arbeit vorausgegangen. Die Fassade am Modulhaus in Rothrist wurde nicht, wie üblich, am Bau montiert, sondern im Werk durch Renggli-Mitarbeitende.

Hausfassade mit unsichtbar befestigten, weissen Eternitplatten

Unsichtbar befestigte Eternitplatten als Fassade

Unsichtbare Fassadenbefestigungssysteme

Grossformatige Fassadenplatten der Eternit (Schweiz) AG lassen sich sowohl sichtbar geschraubt als auch unsichtbar befestigen. Die unsichtbare Befestigung erfolgt mit dem von der Eternit entwickelten System «Sigma 8». Dabei werden die Platten mit rückseitigen Ankern und Agraffen montiert. Beim Modulhaus in Rothrist hat sich Renggli bewusst für diese Befestigungsvariante entschieden. Dabei wollten die Eternit und Renggli auch die optimale Umsetzung mit dem System im Vorfertigungsprozess durchspielen. Die fertige Fassade zeigt, es funktioniert gut – nicht zuletzt dank der Zusammenarbeit zwischen den Technikern von Renggli und Eternit.

Ungewöhnliche Mission für Mitarbeitende

Für die erfolgreiche Umsetzung waren unsere Mitarbeitenden in ungewöhnlicher Mission am Werk: Auf einem Tisch haben sie die Platten für die Montage im Werk vorbereitet. Eternit hatte die Platten bereits vorgebohrt und rückseitig die Anker mit Gewinde angebracht. Sie hat dabei unsere Vorgaben zum Fassadenbild und die anzunehmende örtliche Windlast berücksichtigt. Die Renggli-Mitarbeitenden haben dann auf einem Tisch mit Schutzlage die Aufhängeagraffen waagrecht angebracht.

Vorbereitung der Platten im Werk

Vorbereitung der Platten

Vorbereitung der Platten im Werk

Die Platten wurden mit Abständen von 10 mm seitwärts, nach unten und oben mit Meter und Holzstücken ausgerichtet und montiert. In diesen Zwischenräumen ist Polyestervlies sichtbar. Das Vlies hat eine dunkle UV-beständige Färbung, damit es die Farbe mit dem Alter nicht verändert.

Millimetergenau Montage der Eternitplatten

Millimetergenau Montage der Eternitplatten

Aufhängevorrichtung für grossflächige, unsichtbar befestigte Eternitplatten

Unten und in der Mitte der Platten werden Einhängeagraffen und oben sogenannte «Omega-Agraffen» montiert. Bei den «Omega-Agraffen» wiederum können die Einhängeagraffen der nächsten oberen Platte eingehängt werden.

Neue Fassadenplatte mit irisierender Oberfläche

Beim Modulhaus fiel die Wahl auf die erst kürzlich im Markt eingeführte Fassadenplatte SWISSPEARL-Reflex. Eine durchgefärbte Faserzementplatte mit einer irisierenden Oberflächenveredelung. Diese lässt den Farbaspekt je nach Lichteinfall nuanciert erscheinen. Wichtig bei der Montage ist, dass alle Platten aus derselben Produktionscharge stammen und in einer vom Produzenten festgelegten Richtung montiert werden. Um bei einer weissen Platte nicht allzu viel, durch Handfett erzeugte Schmutzabdrücke zu hinterlassen, wird heute bei solchen Platten mit Handschuhen gearbeitet. Auch wenn die Platten einfach waschbar sind, verringert dies das Nacharbeiten.

Sorgfältige Montage mit Stoffhandschuhen

Sorgfältige Montage mit Stoffhandschuhen

Spass bei der Montage

Die Montage war für unser Team eine Herausforderung. Normalerweise montieren sie keine Eternitplatten – da war Neu- und Wissbegierde neben Handwerkskunst gefragt. Spass hatten sie trotzdem, wie dieser Schnappschuss zeigt.

Auswechseln der Platten

Sollten kleine Kinder einmal die weisse Fassade mit einem Blatt Papier verwechseln und ihre Kunstwerke anbringen, kann das Auswechseln einer Platte notwendig sein. Dafür können die versteckten Schrauben der «Omega-Agraffen» gelockert werden, so dass die obere Platte gelöst und nach oben geschoben und die untere ausgewechselt werden kann.

Schematische Zeichnung der Aufhängevorrichtung

Im Zwischenraum versteckte Schraube
Bildquelle und Copyright: Eternit (Schweiz) AG

Abstände der Fassadenplatten

Das war Massarbeit: Die Platten sind millimetergenau montiert.

Fassadenabschluss zur Loggia

Fassadenabschluss zur Loggia

Fassadenabschluss zum Fenster

... zur Fensteroberkante ...

Fassadenabschluss zum Fenster

... und der Fensterunterkante

Das Staunen der Besucher

Bei den Besuchern kommt das Fassadenbild sehr gut an. Immer wieder werden wir gefragt, wie wir die Elemente montiert haben, wo doch keine Befestigung sichtbar ist. Die Besucher rätseln auch über das Material. Die wenigsten erraten, dass es Eternitplatten sind. Neben dem unsichtbaren Befestigungssystem ist es aber auch die Oberfläche der Platten, die gefallen: Sie leuchtet samtig-weiss und perlmuttartig.

Fassadenbild von grossflächigen, unsichtbar befestigten Eternitplatten

Fassadenbild von grossflächigen, unsichtbar befestigten Eternitplatten

Details der Fassadenplatten 

Plattenart    Swisspearl Reflex 
Befestigungssystem    Sigma 8 
Farbe    Satin White 9291 
Plattengrössen    Zwischen 321 x 346 mm und 2990 x 880 mm

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