Fassaden / Bauen im Bestand
Wellnessbehandlung für die Holzfassade
Jeanine Troehler
Marketing/Kommunikation | 10.11.2014
Über zehn Jahre lang haben die Fassadenbretter verharrt, Sonne, Wind und Regen getrotzt. Diesen Herbst war es Zeit, der Holzfassade unseres Wohn- und Bürogebäudes in Sursee einen neuen Anstrich zu verpassen. Sozusagen Wellness für die Fassadenbretter. Ironischerweise nahm bei der Auffrischung jedoch etwas anderes Schaden.
2003 wurde unser Wohn- und Bürogebäude in Sursee im Holzsystembau erstellt. Selbstverständlich haben wir das Gebäude mit einer Holzfassade vor der Witterung geschützt. Damals haben wir die Fassadenlatten aus Fichtenholz im Werk grundiert und zweimal gestrichen.

Wohn- und Bürogebäude kurz nach dem Erstbezug 2003 und...

... die Holzfassade 10 Jahre später im 2013.
Erste Auffrischung der Holzfassade nach einem Jahrzehnt
Diesen Sommer, nach über 10 Jahren Sonnenstrahlen, Windböen und Regenschauer haben wir aus ästhetischen Gründen entschieden, die Fassade zu streichen. Das war für die Fassade eine willkommene Wellnessbehandlung, nachdem sie jahrelang dem Schweizer Wetter getrotzt hat.
Farbe versus natürlicher Schutz des Holzes
Das Wetter und die Sonne haben Spuren an der Holzfassade hinterlassen und an einigen Stellen die Farbschicht abgetragen. Dort ist das Holz anfällig auf Feuchtigkeit. Diese dringt an den farblosen Stellen in das Holz ein, kann aber nicht mehr vollständig entweichen. Das Holz bleibt feucht und wird langsam zerfressen.
Bei einer unbehandelten Holzfassade schützt nicht die Farbe das Holz, sondern das abgebaute Lignin. Es ist diese natürliche Patina, welche das Holz mit der Zeit umgibt und die Farbe verändert, meist Richtung Braun bis Schwarz. Die unbehandelte Holzfassade kann deshalb die Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben, ohne dass das Holz fault. Mehr dazu können Sie in unserem Blogbeitrag „Verwitterte Holzfassaden: die einen sind entzückt, die anderen weniger" lesen.

Unbehandelte, verwitterte Lärchen-Holzfassade nach 9 Jahren.
Zwei Varianten für die Behandlung
Zurück zu unserer Fassadenrenovierung Zuerst hat unser Maler des Vertrauens zwei verschiedene Varianten skizziert:
- Eine erste, abgestufte Variante beinhaltete, dass der Maler nur die Hauptwetterseite auffrischt. Der Rest wäre in ein paar Jahren gefolgt, um den finanziellen Aufwand zu verteilen.
- Die zweite Variante, für die wir uns entschieden haben, sah vor, dass die Maler alles auf einen Streich malen. Der Vorteil dabei ist, dass nur einmal das Gerüst montiert werden muss. In unserem Fall kam allerdings eine Hebebühne zum Einsatz. Zudem haben wir nun die nächsten 10 Jahre wieder Ruhe und keine Baustelle.
Gibt es denn nach über 10 Jahren noch dieselbe Farbe, die wir damals verwendet haben? Der Lieferant hat seine Farben natürlich weiterentwickelt. Dieselbe Farbe konnte der Malermeister deshalb nicht mehr organisieren, jedoch eine Farbe aus demselben Farbsystem und von demselben Farblieferanten.
Schritt für Schritt zur Fassadensanierung

11-jährige Holzfassade vor der Sanierung...

... und dieselbe Stelle nach der Wellnessbehandlung für die Fassade.

Im unteren Teil des Fotos sehen Sie zwischen den zwei Fensterzargen die sanierten Fassadenbretter. Oberhalb waren die Maler noch nicht am Werk.
Die zwei Maler haben also die Pinsel in die Hand genommen und losgelegt. Das heisst, nachdem sie die Vorarbeiten erledigt haben:
1. Sie haben die Holzschalung maschinell mit einer Bürstenmaschine geschliffen.
2. Einige Stellen haben sie gegen Schimmelpilz-, Algen- und Spinnwebenbefall behandelt.
3. Dann haben sie die Kanten und rohen Holzstellen vorgrundiert und alle Fassadenbretter zweimal gestrichen.
4. Dem Betonsockel rückten sie ebenfalls zu Leibe und haben ihn gereinigt, wo notwendig grundiert und gestrichen.
Die zwei Maler haben bei ihrer Arbeit festgestellt, dass das Holz sehr dankbar für die Farbe war. An den meisten Stellen war die Farbe für das Holz eher eine Kosmetik. An anderen jedoch, war das Holz richtig gierig nach Farbe und es hat sie schnell aufgesogen.
Unser Mitarbeiter vom Kundendienst hat zudem einige Fassadenbretter ausgetauscht. Meistens, weil ein Ast mittlerweile herausgefallen ist, es grobe Spriessen hatte oder das Holz verdreht war.
Am Rande noch diese Notiz, was denn bei der Aktion Schaden genommen hat: Die zwei Maler, allfällige Zuschauer und das Gebäude waren dank Sicherheitsvorschriften der SUVA eigentlich bestens geschützt. Doch trotz SUVA: Wir sind Menschen. Als also einer der Maler die Hebebühne schwenken wollte, hätte der andere Acht geben sollen, dass der Arm der Hebebühne die Fassade und Fensterzargen nicht berührt. Doch dann hat ein weibliches Wesen den zweiten Maler nach dem Weg gefragt. Und zack, war die Aufmerksamkeit für die Hebebühne flöten, der Arm touchierte die Fensterzarge und diese hatte einen Hick. Wir mussten sie sodann austauschen. Die Fassade nahm dabei glücklicherweise keinen Schaden.
Wie sieht es mit Ihrer Fassade aus? Haben Sie diese bereits einmal saniert? Es ist im Übrigen nicht so, dass Sie mit einer verputzten Fassaden tatenlos dem Alterungsprozess zuschauen können (mehr dazu in einem weiteren Blogbeitrag. Das heisst, Sie können das natürlich schon. Doch mit etwas Pflege geht es jeder Fassade besser.