Fassaden
Ästhetik trifft Funktionalität - ein Interview über Fassaden
Jeanine Troehler
Marketing/Kommunikation | 11.06.2015
Der Begriff «Fassaden» lässt Bauherren und Investoren Gedanken über die Ästhetik und die Funktionalität machen. Gibt es eine optimale Zusammenführung dieser beiden Anforderungen? Welche Faktoren gilt es zu beachten? Unser Einkaufsleiter und Experte Roman Meier beantwortet uns Fragen rund um das Thema Fassaden.

Interviewpartner Roman Meier, Einkaufsleiter bei der Renggli AG
Funktionalität versus Ästhetik: Was ist wichtiger?
Eine Fassade hat beides zu erfüllen, Ansprüche an die Gestaltung sowie an die Funktionalität. Dennoch ist die wichtigste Aufgabe einer Fassade, das Gebäude vor Witterungseinflüssen zu schützen. Immerhin bildet sie mit Dach und Fenstern die grösste Schnittstelle nach aussen. Ein Grossteil der Fassadensysteme sind heutzutage hinterlüftet. Dabei wird die schützende, dem Regen ausgesetzte Aussenhülle durch einen belüfteten Hohlraum von der restlichen Gebäudehülle getrennt. Durch den Hohlraum wird die von innen nach aussen kondensierende bzw. von aussen eingedrungene Feuchtigkeit abgeführt.
Gibt es die perfekte, unterhaltsfreie Fassade?
Schön wärs! Da alle Oberflächen im Aussenbereich den Einflüssen der Umwelt ausgesetzt sind, sind Einwirkungen wie z.B. UV-Strahlung, Niederschlag, Temperaturschwankungen oder Verschmutzungen nicht vermeidbar. Darum empfehle ich regelmässige Kontrollen der Fassade durchzuführen. Diese helfen allfällige Mängel oder Schäden bereits im Voraus zu erkennen und zu beheben. Materialien wie Eternit und Glas sind zwar so gut wie unterhaltsfrei, müssen aber dennoch ausreichend gepflegt bzw. gereinigt werden. Gestrichene oder verputzte Fassaden haben ein höheres Pflegeintervall.

Fast unterhaltsfreie Eternitfassade. Sie möchte dennoch gepflegt und ab und zu gereinigt werden, um so schön zu glänzen.
Holzfassade oder nicht, da scheiden sich die Geister...
Ob Holz als Fassadenmaterial oder nicht, die Meinungen sind gespalten. Im Mittelpunkt stehen dennoch Nachhaltigkeit und Ökologie, welche beide für den Einsatz von Holz in der Fassade sprechen. Eine gute Detailausbildung, die Wahl einer geeigneten Holz- und Behandlungsart sind wichtig um die Dauerhaftigkeit von Holz sicherzustellen. Durch den Holzsystembau bei Renggli können die Holzfassaden direkt im Werk unter besten Bedingungen an die Aussenwände montiert werden. Bei allen anderen Materialien passiert dieser Vorgang auf der Baustelle.

Eine behandelte Holzfassade aus Fichte/Tanne in Eterno Fassadengrau.
Unbehandelte Holzfassaden: Was sollte man darüber wissen?
Obwohl in den letzten Jahren ein klarer Trend zu behandelten oder vorbehandelten Fassadenverkleidungen festzustellen ist, sind unbehandelte Fassaden aufgrund der Pflegeleichtigkeit beliebt. Diese benötigen weniger Pflege, da die Oberflächenveränderung bzw. Verwitterung oder auch Verschmutzung akzeptiert wird. Von einer symmetrischen silberglänzenden Verfärbung darf dabei nicht ausgegangen werden. Denn Sonne, Regen und Standort des Gebäudes beeinflussen die Vergrauung des Holzes unregelmässig. Eine zur Folge unterschiedliche Witterung der Fassade entsteht durch Vordächer, Balkone, Auskragungen oder Fenstervorsprünge. Vor allem sind Fassadenteile, welche zur Wetterseite ausgesetzt sind, besonders betroffen.

Eine unbehandelte Holzfassade aus kanadischer Rotzeder.
Ein Tipp an Bauherrschaften und Investoren?
Ein Fassadensystem sollte auf jeden Fall die Ansprüche an eine lange Lebensdauer, einen sicheren Witterungsschutz und die Pflegeleichtigkeit erfüllen. Bei Renggli findet die Fassadenwahl während der Bemusterung statt, wo wir verschiedene Fassadenmuster und Systeme in verschiedensten Formen und Materialien zeigen. Welche nun die passende Fassade ist, entscheiden die Bauherrschaften mit Hilfe unserer Beratung.