Durch die Digitalisierung eröffnen sich neue technische Möglichkeiten, die den Arbeitsalltag verändern. Neue Kompetenzen sind gefragt und die Anzahl an eingesetzten Tools, Plugins und Projektplattformen wächst. Doch wie möchten wir zusammenarbeiten? Welches ist die beste Form?

Einfache Frage – komplexe Möglichkeiten

Wir haben uns im BIM-Entwicklungsteam die letzten Jahre stets gefragt, wie wir geeignet digital zusammenarbeiten. Dazu gesellen sich weitere Fragen: Was ist überhaupt möglich? Welche Tools gibt es? Wer beherrscht sie? Wie reagiert der Markt darauf? Wer ist bereit, so zu arbeiten? Wie gross ist der generierte Mehrwert? Und: Macht das überhaupt Spass?

«Ist doch ganz einfach», haben wir zu Beginn gedacht: Alle Gewerke und Planer haben eigene CAD-Systeme, die - mit der IFC-Schnittstelle kombiniert -  zu einem digitalen Zwilling (Twin) zusammengesetzt werden können. Schnell wurde uns klar, dass diese Lösung durchaus möglich ist. Sie funktioniert jedoch nicht reibungslos und der damit verbundene Frust überwiegt gegenüber dem erzielten Mehrwert. Ein eindeutiges Bild, wie die Zusammenarbeitsform zwischen den verschiedenen Gewerken und Planern funktionieren kann, hat sich also nicht ergeben.

Keep it simple

Wie die optimale Zusammenarbeitsform aussehen kann, haben wir also noch nicht geklärt. Einfach und simpel soll sie in unseren Augen sein. So entstand «Keep it simple»: unser Leitsatz, der uns bei der Suche nach einer passenden Art der Zusammenarbeit begleitet und daran erinnert, dass komplexe Prozesse nur mit dem Überwinden von Hürden verbessert werden können.

Unkonventionell

Bei den Schnittstellen zwischen den verschiedenen CAD-Systemen haben wir einige Probleme und Herausforderungen erkannt. Unser Lösungsansatz ist nun, anstatt Zeit, Energie und Geld in die Lösung der Schnittstellen zu investieren, möglichst viele Schnittstellen zu entfernen. So entstand die unkonventionelle Arbeitsform zwischen dem Holzbau und der Architektur mit einem gemeinsamen CAD-System und -Modell. Die Zusammenarbeit im gleichen Modell hat in den bearbeiteten Projekten sehr schnell an Dynamik gewonnen und viele neue Vorteile aufzeigt:

  • Direkte und einfache Kommunikationswege sparen Zeit und fördern die Zusammenarbeit.
  • Die kombinierte Expertise von Architektur und Holzbau erzeugt Synergien.
  • Lösungsansätze entstehen schneller und können direkt im Modell umgesetzt werden. Dadurch steigt die Qualität des Modells und eine frühzeitige Betrachtung der Statik durch das Engineering wird möglich.

Die Kehrseite dieser Form der Zusammenarbeit sind die erhöhten Qualitätsanforderungen an das Architekturmodell. Der Pflegebedarf steigt und muss sorgfältig koordiniert werden. Zusätzlich sinkt die Fehlertoleranz. Durch die erhöhte Datendurchgängigkeit haben falsche oder fehlende Daten eine grosse negative Auswirkung auf alle Output-Dokumente, die vom Modell abgeleitet werden. Beispielsweise können minderwertige Daten die Mengenermittlung, Kosten und die technische Ausführbarkeit verfälschen. 

Wie weiter?

Mit dem «keept it simple»-Ansatz verfeinern wir Schritt für Schritt die Prozesse. Wir haben in den bisher realisierten Projekte positive Erfahrungen gesammelt, die uns in der gewählten Arbeitsform bestätigen. Noch wichtiger sind die negativen Erfahrungen: Sie motivieren uns, die Arbeitsform weiter zu vereinfachen und zu präzisieren. Wir sind noch lange nicht dort angekommen, wo die technischen Möglichkeiten enden und unsere Visonen und Ideen an Grenzen stossen.

Wir machen also weiter: Schritt für Schritt.

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Kommentare zu
«BIM - Schritt für Schritt»

Kommentare (1)

    05.01.2022

    Christopher

    super Artikel, in diesen Blog werde ich mich noch richtig einlesen :-)

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