Gebäudetechnikexperte Johan Verbiest zeigt anhand eines typisch schweizerischen Einfamilienhausquartiers, wie der aktuelle Stand der Haustechnik ist. Er ist jedoch überzeugt: Das Verhalten des Nutzers entscheidet am Ende über die Energieeffizienz eines Gebäudes.

Experten aus der Elektromobilität, Stromerzeugung, Speicher- und Gebäudetechnik geben Einblick in den aktuellen Stand der Technik. In mehreren Beiträgen äussern sich die Referenten zu ihrer Sicht der Dinge. Hintergrund war unser Fachevent «Strom – vom Dach in den Tank» vom 6. April 2017 in Schötz.

Johan Verbiest, Renggli AG

Johan Verbiest, Renggli AG, Leiter Gebäudetechnik und Bauherr

Johan Verbiest zeigte anhand eines typisch schweizerischen Einfamilienhausquartiers, wie der aktuelle Stand der Haustechnik ist. Eine Grundvoraussetzung für Nachhaltigkeit ist Qualität. Bei den einzelnen Komponenten und vor allem bei ihrer integralen Vernetzung. Die Heizung, Lüftung, das Brauchwarmwasser und die Photovoltaikanlage sind auf einander abzustimmen. Auch die Gebäudehülle, Energieerzeugung, die Thermostate, die Gebäudeautomation, die Alarmanlage und Beschattung sollten miteinander kommunizieren und nicht kontraproduktiv gesteuert werden. Seine Tipps für Quick-Wins sind:

  • Die Luft-Wasser-Wärmepumpe setzt er dann ein, wann sie am effizientesten ist –nämlich bei hohen Aussentemperaturen, wie beispielsweise am Mittag.
  • Die Lüftung läuft vor allem dann, wenn die ganze Familie zu Hause ist, d.h. vor allem Nachts – und gedrosselt, wenn nicht alle zuhause sind.
  • Man benötigt nicht überall Zu- und Abluft. Besser ist ein durchdachtes Lüftungskonzept mit Überströmung unverbrauchter Luft.

Speziell auf die integrale Planung setzt Johan Verbiest den Fokus. Anhand praxisorientierter Beispiele hat das intelligente Zusammenspiel der Haustechnik erklärt:

  • Beschattung und Heizung: Die Storensteuerung kennt die Innentemperatur und bewertet diese höher als den «prophylaktischen» Blendschutz.
  • Lüftung und Alarmanlage: Die Lüftung schaltet ab, wenn Fenster geöffnet sind, bzw. drosselt, wenn niemand zu Hause ist. Die Alarmanlage steuert deshalb die Lüftung.
  • Wärmepumpe, Heizverteilung und PV nutzen gezielte Zeitfenster für die Heizung und Warmwasseraufbereitung.

Auf einen eminent wichtigen Punkt weist Johan Verbiest am Ende seines Referates hin: Es kann alles noch so gut zusammenspielen. Entscheidend für die Energieeffizienz eines Gebäudes bleiben die Nutzer. Diese können zum Beispiel mit Hilfe eines Monitoring-Systems informiert und geleitet werden.

Was sollen die Zuhörer mitnehmen?

Johan Verbiest hat in einem Video festgehalten, welche Botschaft er den Zuhörern mitgeben möchte:

Kommentare zu
«Das eigene Haus als Energiekraftwerk»

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar