Bei Holzfassaden gehen die Meinungen auseinander: Den einen gefällts, den anderen nicht. Was vielen unbekannt ist: Es gibt unterschiedliche Arten von Holzfassaden - unbehandelte, lasierte, vorverwitterte, druckimprägnierte oder deckend behandelte.

In einem ersten Beitrag erläutern wir die verschiedenen Holzfassadenarten, die wir anbieten. Im zweiten Beitrag stellen wir weitere Fassadenarten für Holzbauten vor, die nicht aus Holz bestehen.

Eine Holzfassade ist auf viele Arten möglich: als Schindeln, als horizontale oder vertikale Schalung, unbehandelt oder deckend behandelt. Erlaubt ist, was Ihnen gefällt und technisch machbar ist. Und selbstverständlich das örtliche Baureglement einhält.

Unbehandelte Holzfassade

Die unbehandelte Holzfassade verändert ihre Farbe durch die natürliche Vergrauung je nach Wetterexposition, indem Lignin abgebaut wird. Diese feine Schicht Patina deckt das gesunde Holz ab. Dabei verändert sich die Farbe des unbehandelten Holzes, je nach Höhenlage, Klima und Ausrichtung der Fassade. Dies kann vom hellen Silbergrau über verschiedene Brauntöne bis zu Schwarz gehen. Nach einigen Jahren stabilisiert sich die Farbe von unbehandelten Holzfassaden.

unbehandelte Lärchenholzfassade

Unbehandelte Lärchenholzfassade eines Renggli-Hauses

Unbehandelte Lärchenholzfassade

Holzfassade aus Zedern am Renggli-Werk

Holzfassade aus Zedern
Holzfassade aus Zedern

Lasierte Holzfassade

Die Holzstruktur bleibt bei Lasuren erkennbar. Farbveränderungen können damit nur gering verhindert werden, weil die Pigmentmenge der Beschichtung gering ist. Der Anstrich und die Schutzwirkung für das Holz ist bei Lasuren etwas geringer als bei deckend farbig behandelten Holzfassaden. Der grosse Vorteil: Wenn sie fachgerecht aufgebracht werden, reduzieren sie die Möglichkeit einer farblichen Veränderung des Holzes am stark. 

Sägerohe, allseitig mit Lasur behandelte Fassade aus nordischer Fichte.

Sägerohe, allseitig mit Lasur behandelte Fassade aus nordischer Fichte.

Sägerohe, allseitig mit Lasur behandelte Fassade aus nordischer Fichte

Holzfassade mit Verwitterungslasur

Wer eine natürliche, regelmässiger vergraute Holzfassade wünscht, dem empfehlen wir eine sogenannte Verwitterungslasur. Diese Holzanstriche beinhalten einen verwitterungsaktiven Bestandteil. Er verleiht der Holzoberfläche schon zu Beginn einen grauen Farbton, welcher der natürlichen Verwitterung ähnlich sieht.

Holzfassade mit Vorverwitterungslasur in einem Braunton

Holzfassade mit Vorverwitterungslasur in einem Braunton

Holzfassade mit Vorverwitterungslasur in einem Braunton

Holzfassade mit Vorverwitterungslasur in einem Grauton

Holzfassade mit Vorverwitterungslasur in einem Grauton

Holzfassade mit Vorverwitterungslasur in einem Grauton

Druckimprägnierte Holzfassade

Der grosse Vorteil dieser behandelten Holzfassaden ist der stärkere Holzschutz und die erhöhte Widerstandsfähigkeit. Bei der Druckimprägnierung werden Salze eingebracht, die eine langjährige, wirksame Schutzschicht bis mehrere Millimeter ins Innere bildet.

Dank Farbpasten kann die druckimprägnierte Holzsfassade grünliche, naturgraue oder sattbraune Farbtöne annehmen. Oft werden diese Fassaden zusätzlich mit Holzöl behandelt.

Druckimprägnierte und geölte Weisstanne an den Holzbauten im Freilager, Zürich

Druckimprägnierte und geölte Weisstanne an den Holzbauten im Freilager, Zürich

Druckimprägnierte und geölte Weisstanne an den Langhäusern im Freilager, Zürich

Druckimprägnierte und geölte Weisstanne
Fotos: Zeliko Gataric, Zürich

Deckend behandelte Holzfassade

Wenn die Fassade gleichmässig bewahrt werden soll, kann sie deckend behandelt werden. Die deckende Farbschicht schützt das Gebäude durch einen dichten, mässig diffundierenden Film. Vorausgesetzt der Untergrund ist stabil, wird bei dieser Fassadenart eine hohe Dauerhaftigkeit erreicht. Das Erscheinungsbild bleibt auf Dauer konstant.

Deckend behandelte Holzfassade an einem Renggli-Haus in der Stadt Luzern

Deckend behandelte Holzfassade an einem Renggli-Haus in der Stadt Luzern

Deckend behandelte Holzfassade

Holz mit Metallverkleidungen

Fassaden können mit Metall verkleidet werden. Der Vorteil dieser Fassadenart ist: Entwurfsarchitekten können ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Es gibt sehr leichte und trotzdem stabile Metallverkleidungen. Mit grosser Biegesteifigkeit lassen sie sich präzise kanten und bearbeiten.

Sägerhohe, behandelte Holzfassade aus Tannenholz in Kombination mit Alucobond-Platten an einem Holzbau

Sägerhohe, behandelte Holzfassade aus Tannenholz in Kombination mit Alucobond-Platten an einem Holzbau

Sägerhohe, behandelte Holzfassade aus Tannenholz in Kombination mit Alucobond-Platten

Putz und Holz kombiniert

Selbstverständlich kann eine Holzfassade auch mit einer verputzten Fassade kombiniert werden. In diesem Fall werden die Dämmplatten an der Tragstruktur befestigt und danach verputzt.

Verputzte Fassade mit Holz kombiniert an einem Renggli-Haus

Verputzte Fassade mit Holz kombiniert

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Kommentare zu
«Fassadenarten: Alles aus Holz»

Kommentare (14)

    16.04.2019

    Andreas

    Hallo,
    welches Produkt für die Vorverwitterung in grau empfehlen Sie?
    Vielen Dank und Grüße
    Andreas

    Lieber Andreas

    Wir nutzen seit Jahren das Produkt «Eterno Fassadengrau» für Vorverwitterungen und haben gute Erfahrungen damit gesammelt. Allerdings empfehlen wir, Ihre Situation mit einem lokalen Fassadenspezialisten zu besprechen. Je nach geografischer Lage und Architektur des Gebäudes sowie weiteren Anforderungen (z.B. zum Unterhalt), sind andere Produkte geeigneter.

    Beste Grüsse,
    Jeanine Troehler, Renggli AG

    23.04.2019

    jonas

    Guten Tag

    Welches Holz und welche Behandlung benötigt am wenigsten Pflege/Wartung?
    Was wird meist bei einem MFH eingesetzt?

    Danke für eine Antwort und freundliche Grüsse

    jonas

    Lieber Jonas

    Wenig Pflege und Wartung haben Sie mit einer der drei folgenden Fassaden:
    1. Unbehandelten Fassade, z.B. aus Lärche oder Fichte: siehe verschiedene Fotos in diesem Blogbeitrag https://www.renggli.swiss/de/blog/2013/05/23/verwitterte-holzfassaden-die-einen-sind-entzueckt-die-anderen-weniger/).
    2. Eine gestrichene Holzfassade, z.B. aus Fichten. Im Blogbeitrag https://www.renggli.swiss/de/blog/2014/11/10/wellnessbehandlung-fuer-die-holzfassade/ haben wir beschrieben, wie wir nach über 10 Jahren das erste Mal eine Auffrischung mit neuem Anstrich der Fassade an unserem Sitz in Sursee vorgenommen haben.
    3. Eine Alternative sind druckimprägnierte Holzfassaden, z.B. aus Tanne. Die drei Langhäuser im Freilager Zürich verfügen über so eine Fassade, siehe https://www.renggli.swiss/de/referenzen/ueberbauung-freilager-zuerich/.

    Nebst der Holzwahl ist die Behandlungsart (behandelt oder unbehandelt) entscheidend. Zusätzlich können Sie mit konstruktiven Details die Fassade vor Witterungseinflüssen schützen, z.B. mit Vordächern, Auskragungen und Balkonen. Im Blogbeitrag https://www.renggli.swiss/de/blog/so-schuetzen-sie-holzfassaden-vor-witterungseinfluessen/ erläutern wir diese.

    Bezüglich Ihrer Frage, was am meisten bei Mehrfamilienhäuser eingesetzt wird: Dies ist schwierig zu beantworten. Es hängt v.a. von den Wünschen und Anforderungen der Bauherrschaften und Architekten ab. Grundsätzlich können Sie alle drei der oben beschriebenen Fassaden anwenden.

    Hilft Ihnen das weiter?

    Freundliche Grüsse,
    Jeanine Troehler, Renggli AG

    25.04.2019

    jonas

    hallo Jeanine Troehler

    Vielen Dank für die ausführliche Antwort!
    Hat mir schonmal weitergeholfen.
    Eine Frage noch zu der druckimpregnierten Holzfassade:
    Von welchen Wartungintervalle geht man aus gegenüber der gestrichenen Fassade?

    Freundliche Grüsse:
    jonas

    Danke Jonas, das freut uns.

    Zur Frage: Bei druckimprägnierten Holzfassaden ohne Farbanstrich oder Farbbehandlung schätzen wir das Wartungsintervall auf zwischen 15 bis 20 Jahren, bei mit Farbe behandelten auf ca. 10 Jahre. Allerdings ist das eine grobe Schätzung. Je nach Architektur, Ausführung, Konstruktion und geografischer Lage kann die Fassade stärker oder schwächer Regen, Sonne und Wind ausgesetzt sein.

    Weitere Tipps vom Fachmann Roman Meier zur Fassadenpflege/-wartung können Sie im Blogbeitrag https://www.renggli.swiss/de/blog/tipps-zur-fassadenpflege/ nachlesen.

    Freundliche Grüsse,
    Jeanine Troehler, Renggli AG

    29.12.2019

    Angelika Bohstedt

    Guten Tag
    Wir haben eine Holzfassade aus unbehandeltem Lärchenholz, ich bezweifel, daß ich es in 10 Jahren noch gerne ansehe, könnte ich dann noch problemlos einen Deckanstrich vornehmen, zum Beispiel in hellgrau?

    Freundliche Grüße
    Angelika Bohstedt

    Guten Tag Frau Bohstedt

    Sie müssten vor dem Deckanstrich das Holz dafür vorbereiten, sprich es abschleifen und grundieren.

    Tipps zur Fassadenpflege gibt Ihnen unser Fachspezialist Roman Meier in einem weiteren Blogbeitrag: https://www.renggli.swiss/de/blog/tipps-zur-fassadenpflege/

    Freundliche Grüsse und frohe Festtage,
    Jeanine Troehler, Renggli AG

    21.02.2020

    Florian Tassmann

    Guten Tag

    Besten Dank für Ihre informative Seite. Ich frage mich derzeit, ob Sie weitere Angaben zu einer Deckend behandelte Holzfassade bereitstellen könnten. Hintergrund: Mich würde interessieren, inwieweit es Farben gibt, die dem natürlichen Holzton nahe kommen. Das Bild von dem Haus, welches unter dem Abschnitt Deckend behandelte Holzfassade abgebildet ist, wäre genau die Art des Anstrichs, der mir gefallen würde.

    Besten Dank für Ihre Rückmeldung.

    Freundliche Grüsse
    Florian Moosmann

    Guten Tag Herr Tassmann

    Danke für Ihren freundlichen Kommentar und Ihr Kompliment.

    Ich entnehme Ihrem Text, dass Sie auf der Suche nach einem deckenden Anstrich sind, welcher die Holzfassade möglichst naturnah darstellt. Dazu suchen Sie am besten einen Farbspezialisten in Ihrer Nähe auf. Dieser kann Ihnen mehrere Farbtöne zeigen, am besten bei Tageslicht. Am Ende ist es Geschmackssache, welche Farbtöne Sie als naturnah empfinden. Den Farbton auf dem von Ihnen zitierten Bild ist zum Beispiel sehr goldig, was ich persönlich als nicht naturnah empfinde.

    Beste Grüsse und viel Erfolg bei der Suche,
    Jeanine Troehler, Renggli AG

    16.04.2020

    Lutz

    Ist bei der Variante Holzfassade mit Verwitterungslasur Lärchenholz verwendet worden?
    Danke für die Antwort.

    Guten Tag Herr Lutz
    Beim oberen Objekt haben wir Weisstanne verwendet, beim unteren sind es Fichte und Tanne.
    Beste Grüsse,
    Jeanine Troehler, Renggli AG

    10.08.2020

    Stefan Wäspi

    Guten Tag
    Wir haben eine Vorvergraute Fassade machen lassen. Nun habe ich festgestellt, dass auf der Nordseite bereits nach 3Jahren erste Moosspuren auf den Flächen sichtbar sind. Vor allem im unteren Bereich wo sozusagen nie Sonnenlicht bekommt. Ist das normal dass das nach dieser kurzen Zeit passiert? Was kann ich dagegen unternehmen?

    Guten Tag Herr Wäspi

    Der Algenbefall kann bei schattigen und feuchteren Fassadenbereichen, bei Spritzwasser in Bodennähe oder bei speziellen klimatischen Bedingungen (Nebelgebiete, Anströmung, etc.) auftreten. Dies selbst nach kurzer Zeit.

    Sie können die Fassade mit einem geeigneten, desinfizierenden, alkalinhaltigen Reinigungsmittel reinigen: Fassade mit Reiniger vorbehandeln, einwirken lassen, mit klarem Wasser und weicher Bürste schonend reinigen, allenfalls wiederholen.

    Wir wünschen Ihnen viel Erfolg!
    Jeanine Troehler, Renggli AG

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