Anspruchsvoll und spannend: Mit den Anpassungen der Brandschutzvorschriften sind in der Schweiz immer grössere und höhere Holzbauten möglich. Das durften wir als Zimmerleute beim Freilager in Zürich hautnah miterleben – mit grosser Freude!

Die drei Langhäuser im Freilager Zürich waren für mich das Highlight meiner langjährigen Berufslaufbahn als Montageleiter. Dieses Projekt hat uns manchmal an unsere Grenzen gebracht. Aber wir haben im Team immer wieder Lösungen erarbeitet.

Langhäuser Freilager Zürich: eine schwindelerregende Menge

Drei sechsgeschossige Mehrfamilienhäuser mit dunkler Holzfassade in Zürich
Die drei Langhäuser im Freilager in Zürich verlangten uns Zimmerleuten einiges ab. Foto: Zeljko Gataric, Zürich

Es war vor allem die Menge der Bauteile, Transporte und die engen Platzverhältnisse vor Ort auf der Baustelle, die uns forderten. Schliesslich waren wir nicht alleine auf der Baustelle, sondern noch viele andere Unternehmen, die an der gesamten Überbauung arbeiteten. Wir haben 444 Wechselpritschen insgesamt und damit verbunden eine stattliche Anzahl Bauteile transportiert und montiert:

  • 2315 Fassadenelemente
  • 617 Aussenwände
  • 439 Innenwände
  • 283 Trennwände
  • 1902 Brettstapelelemente (Geschossdecken)
  • 113 Dachelemente
  • 2905 Bodenrostelemente
Toni Ruckstuhl, Montageleiter für die Langhäuser im Freilager Zürich
Wir haben im Freilager so viele Bauteile montiert, mir wird heute noch schwindelig, wenn ich daran denke! Toni Ruckstuhl, Montageleiter für die Langhäuser im Freilager Zürich
Sicht auf die Freilager-Baustelle mit Treppentürmen in Stahlbeton.
Vor unserer Ankunft: Der Bauplatz ist bereits von anderen Unternehmen in Beschlag genommen worden. Es bleibt wenig Platz für uns. Foto: Zeljko Gataric, Zürich
Holzbau-Baustelle mit Gerüst und Notdach im Vordergrund
Bevor der Regen kommt, können wir das Notdach (im Vordergrund) mit dem Kran über den Bau heben. Foto: Zeljko Gataric, Zürich

Die Anlieferung der Holzelemente war nur just-in-time möglich, da die Platzverhältnisse so eng waren. Eine gute Terminplanung der Fertigung im Renggli-Werk, zusammen mit der Baustelleninstallation und der Montage, waren deshalb entscheidend für das gute Gelingen.

Bauinstallationsplan Langhaus A5
Pro Langhaus haben wir einen Bauinstallationsplan erarbeitet, wie wir in welcher Reihenfolge mit den LKWs das Material anliefern, möglichst kurz deponieren und dann montieren können.
Baustelle Freilager mit mehreren Wechselpritschen, beladen mit Holzelementen, im Vordergrund.
Lagerplatz der Wechselpritschen mit den Holzelementen: Möglichst nah aneinander, um allen genügend Platz zum Arbeiten zu lassen.

Von der Vorfertigung im Werk kennen wir die Methode, «lean» zu arbeiten. Das bedeutet, die Prozesse schlank zu halten und Maschinen sowie Material möglichst effizient zu nutzen. Das führen wir dannach auf der Baustelle weiter.

Baustelle mit fahrbaren Boxen für Material wie Schrauben, Nägel und Montagepläne .
In unserer ausgeklügelten, fahrbaren «Worker Box» verstaut das Montageteam Materialien wie Schrauben, Nägel und Montagepläne.
Teamfoto der Zimmerleute auf dem Dach mit Aufrichtebaum
Nach getaner Arbeit: 11 Zimmerleute für 187 Wohnungen in drei sechsgeschossigen Holzbauten – wir sind stolz!

Wärend eines Jahres waren wir zusammen unterwegs und haben manch lustige Geschichte erlebt, aber auch anstrengende Zeiten. Wir sind stolz auf unsere Leistung, die wir erbracht haben – zusammen mit allen anderen Abteilungen der Firma und unseren Partnern, die es dazu benötigt.

Im dritten und letzten Blogbeitrag der Serie, beschreibe ich die Montage in besonders schwierigem und unzugänglichem Gelände.

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«Geht nicht, gibt’s nicht - Montage unter schwierigen Umständen (2/3)»

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