In den letzten Jahren habe ich viel Erfahrung zur Digitalisierung und Building Information Modeling (BIM) gesammelt. In diesem und einem vorherigen Beitrag fasse ich meine wichtigsten Erkenntnisse zusammen.

Im ersten Beitrag habe ich darüber geschrieben, dass alle nur mit Wasser kochen, die digitale Transformation Change Management bedeutet und eingespielte Projektbeteiligte mit BIM-Wissen die Basis für den Erfolg bilden. Im zweiten Beitrag geht es um die Grundlagen, den Nutzen und ein Beispiel, wie wir Schritt für Schritt vorangehen, um BIM bei Renggli einzuführen.

Veraltete Grundlagen haben Baubranche zurückgebunden

Die heutigen SIA-Phasen stammen aus dem Leistungsmodell 95 aus den 90er Jahren. Die Phasen entsprechen nicht den neuen planerischen Möglichkeiten und tragen der Komplexität der heutigen Gebäude nicht genügend Rechnung. Komplexe Anforderungen erfordern mehr planerische Kompetenz. Diese werden durch viele einzelne Spezialisten abgedeckt. Das altmodische Vorgehen in der Planung erklärt, weshalb die Baubranche in den letzten Jahren von allen Branchen die schlechteste Produktivitätssteigerung an den Tag gelegt hat. Die verschiedenen Disziplinen blockieren sich teilweise gegenseitig und die Zusammenarbeitsformen lassen innovativen Lösungen zu wenig Raum.

Neue Ansätze der kollaborativen Zusammenarbeit, beispielsweise «Integrated Project Delivery (IPD)», geben Anhaltspunkte, wie eine solche neue Zusammenarbeitsform aussehen kann. Die Herausforderungen und offenen Fragen sind auch in diesem Bereich gross. Doch es lohnt sich, neue Wege zu gehen.

Fokus auf den effektiven Nutzen legen

Schwierige Rahmenbedingungen sollen nicht dazu animieren, den Kopf in den Sand zu stecken. Für die erfolgreiche Implementierung und Anwendung von digital unterstützen Planungsprozessen sind Standards, Prozesse, Technologie und Mannschaft die Kernpunkte, welche im Gleichgewicht weiterentwickelt werden müssen.

Mein Tipp: Schritt für Schritt vorgehen

Ich habe mir anfänglich gewünscht, mich voll und ganz auf die BIM-Entwicklung fokussieren zu können. Heute bin ich froh, war dies nicht der Fall.

Um meinen Weg in all dieser Komplexität zu finden, hat mir das Zurückbesinnen geholfen: Um was geht es am Ende des Tages effektiv? Wir erstellen bei Renggli innovative und nachhaltige Bauten in zeitgemässem Design. Unsere Aufgabe ist nicht die Digitalisierung. Unsere Aufgabe ist, die digitalen Potentiale in unserer Hauptaufgabe auszuschöpfen.

Alles was digitalisiert wird, soll einen klaren Nutzen aufweisen. Zum Beispiel mit einem 3D-Modell, das Kunden im Entscheidungsprozess unterstützt. Darauf aufbauend haben wir mit einer einfachen Fensterliste begonnen, die wir vom Visualisierungsmodell ableiten können. Mehr war zu Beginn nicht möglich. Und vor allem: Es ist auch nicht notwendig. Der nächste Schritt ist, die Fensterliste mit hinterlegten Preisen und weiteren Metadaten zu verknüpfen. So generieren wir zeitnahen Nutzen für Kunden und uns.

Excel-Datei mit ausgefüllter Tabelle und markiertem Eingabefeld von Daten
Schritt für Schritt aufbauen: Vom Archicad übernehmen wir Daten für Fenster und kopieren sie in eine Excel-Datei…
Excel-Datei mit ausgefüllter Tabelle und den markierten neu berechneten Felder für die Kosten
… die dann direkt die Kosten für die Fenster ausgibt.

Praxisbericht von der BIM-Front – Teil 1

Im ersten Beitrag habe ich darüber geschrieben, wie alle nur mit Wasser kochen, dass die digitale Transformation Change Management ist und eingespielte Projektbeteiligte mit BIM-Wissen die Basis bilden.

Fragen zu BIM?

Kontaktieren Sie uns. Gemeinsam entwickeln wir die idealen Voraussetzungen für die digitale Zusammenarbeit.

Kommentare zu
«Praxisbericht von der BIM-Front – Teil 2»

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar