Die Holzfassade schützt das Gebäude als einer der Bestandteile der Hülle. Trotzdem benötigt auch sie einen gewissen Schutz. Wir erläutern Ihnen, welche gestalterischen und konstruktiven Möglichkeiten vor direkter Bewitterung schützen und was Sie neben einer guten Planung unternehmen können.

Sonnenlicht und Niederschläge nutzen das Material der Aussenbauteile ab und schwächen es. Vor allem Nordseiten sind dem Wetter stärker ausgesetzt. Will man die Aussenbauteile also vor direkter Bewitterung schützen und somit die Beanspruchung durch Sonne, Regen und Wind vermindern, bieten sich gestalterische und konstruktive Möglichkeiten an:

1. Vordächer und Auskragungen schützen die Fassade

Konstruktive Lösungen wie Vordächer und sonstige Überdachungen schützen die darunterliegende Fassade am besten vor Witterungseinflüssen. Schon kleine Auskragungen vermindern direkte Sonneneinstrahlung und Feuchteeinflüsse durch Regen über eine gewisse Höhe.

Eidg. Forschungsanstalt WSL Birmensdorf mit Vordach
Eidg. Forschungsanstalt WSL Birmensdorf mit Vordach
Mehrfamilienhaus in Davos mit Vordach
Mehrfamilienhaus in Davos mit Vordach

2. Balkone bieten Wohnraum und schützen gleichzeitig

Wie bei den Vordächern können Balkone so konzipiert werden, dass durch ihre Konstruktion die Fassade gleichzeitig vor Sonne und Regen geschützt wird. Wir empfehlen, die An- und Abschlussdetails mit Spezialisten zu besprechen und von ihnen entwerfen zu lassen.

Langhäuser im Freilager in Zürich mit durchgehendem Balkon Foto: Zeljko Gataric
Langhäuser im Freilager in Zürich mit durchgehendem Balkon

Foto: Zeljko Gataric

3. Dachrand schützt bei vertikaler Schalung

Die Stirnseiten (quer zur Faserrichtung) der Holzfassaden sollten vor Regen und Spritzwasser geschützt sein. Wir raten deshalb, funktionale Abschlüsse zum Dachrand, insbesondere bei Flachdächern sowie bei Geschossübergängen, in der Gestaltung und Planung zu berücksichtigen. Generell sollte die Stirnseite des Holzes bei vertikaler Richtung von oben mit einer Blechabdeckung geschützt werden.

Überbauung Bornfeld in Olten mit Blechabdeckungen bei vertikaler Holzschalung
Überbauung Bornfeld in Olten mit Blechabdeckungen bei vertikaler Holzschalung
Einfamilienhaus in Cham mit Dachrand-Blechabdeckung
Einfamilienhaus in Cham mit Dachrand-Blechabdeckung

4. Abstand verhindert Spritzwasser bei Holzschalung

Um die Holzfassade vor Spritzwasser zu schützen, ist ein Abstand zum Terrain sowie zum nächsten darunterliegenden Bauteil von Vorteil. Dies trifft besonders bei Vertikalschalungen zu, da die Stirnseite des Holzes eine sehr hohe Kapillarwirkung aufweisst. Spritzwasser wird dabei vom Holz stirnseitig wie bei einem Schwamm aufgesogen. Das kann zu Schäden und Verfärbungen führen. Die horizontale Schalung hat den Vorteil, dass die untersten Lamellen ausgetauscht werden können. 

Wenn der empfohlene Abstand nicht eingehalten werden kann, so können die Abschlüsse vorteilig mit anderen Materialien ausgeführt werden, z.B. Metall oder Eternit.

Mehrfamilienhaus «Holzhausen» mit Bodenabstand
Mehrfamilienhaus «Holzhausen» mit Bodenabstand
Mehrfamilienhaus in Rheinfelden mit Alucobond-Blechabdeckung als Spritzschutz und Holzfassadenschutz
Mehrfamilienhaus in Rheinfelden mit Alucobond-Blechabdeckung als Spritzschutz und Holzfassadenschutz

5. Gefälle hilft gegen stehendes Wasser

Neben dem Schutz der Fassade ist auch der Schutz der Konstruktion wichtig. Traditionelle Dachformen haben nach wie vor ihre Berechtigung und sind auch in moderner Architektur umsetzbar. Je einfacher das Wasser kontrolliert ablaufen kann, z.B. bei Pult-, Walm- oder Satteldächern, desto besser werden Wasserfallen und deren Folgen verhindert.

Eidg. Forschungsanstalt WSL Birmensdorf mit Satteldach
Eidg. Forschungsanstalt WSL Birmensdorf mit Satteldach
Restaurant OX Klostermatte in Engelberg mit einem asymmetrischen Satteldach
Restaurant OX Klostermatte in Engelberg mit einem asymmetrischen Satteldach

Präzision in der Ausführung unbedingt notwendig

Ein guter Architekturentwurf und eine tolle Planung allein schützt nicht, wenn der Bau schlecht ausgeführt wird. Wir empfehlen deshalb zum Beispiel, Verbindungsmittel maschinell nicht ganz einzuschiessen, da die Holzfestigkeit von jeder Schalungslatte unterschiedlich ist. Bei gleichbleibender Einschiessgeschwindigkeit entsteht so eine unterschiedliche Eindringtiefe der Verbindungsmittel, was zu Verletztungen der Behandlung der Holzoberfläche führt. Legen Sie Wert darauf, dass für mehr Qualität in der Fassade eine händische Nachbearbeitung ausgeführt wird.

Präzision bei der Ausführung am Beispiel der Montage von Fassadenlatten im Werk
Präzision bei der Ausführung am Beispiel der Montage von Fassadenlatten im Werk

Gute Pflege – langes Leben

Richtige Planung und Ausführung reicht nicht für eine langlebige und ansprechende Fassade, unabhängig der Art. Je nach Projekt und Komplexität empfehlen wir, einen Unterhaltsplan mit Spezialisten zu entwickeln und einzuhalten. Zudem sollte eine Fachperson die Fassade regelmässig kontrollieren. Eine Früherkennung von potenziellen Schäden wirkt präventiv und erspart Kosten und Unannehmlichkeiten.

Holzschutz durch Behandlungen

Eine weitere Art, das Fassadenholz zu schützen, sind Behandlungen der Fassadenlamellen. Diese haben wir in einem früheren Beitrag ausführlich erläutert:

Ebenfalls interessant

Kommentare zu
«So schützen Sie Holzfassaden vor Witterungseinflüssen»

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar