Wenn Genossenschaften neue, bedürfnisgerechte Wohnungen speziell für über 60-Jährige anbieten, werden grössere Wohnungen für junge Familien frei. Das zeigt die Siedlung Lerchenhalde in Zürich.
Die beiden benachbarten Baugenossenschaften Turicum und Hagenbrünneli unterhalten Liegenschaften am Hönggerberg. Unabhängig voneinander planten beide Ersatzneubauten an derselben Strasse. Beide traten deswegen mit dem Amt für Städtebau der Stadt Zürich (AfS) in Kontakt und erfuhren dort zufällig von den Absichten der jeweils anderen. Synergien lagen förmlich in der Luft. So haben sich beide zusammengesetzt und beschlossen, gemeinsam den Wettbewerb für ein Ensemble von drei Gebäuden, zwei von der Baugenossenschaft Turicum und eines von der Baugenossenschaft Hagenbrünneli, auszuschreiben. Turicum wollte ein in die Jahre gekommenes Hochhaus ersetzen, um den Bedarf an zeitgemässen Wohnungen für Studierende und Familien zu decken. Beim Areal der Baugenossenschaft Hagenbrünneli, gleich südlich davon, drängte sich eine höhere Ausnutzungsquote auf.
Der gemeinsame Architekturwettbewerb kürte den Sieger aus zwölf Projekten
Der Wettbewerb sollte zeigen, wie die unterschiedlichen Gebäude in zusammengehöriger Erscheinung umgesetzt werden könnten. Dass gleich zwölf Architekturbüros eingeladen wurden, war für die schliesslich siegreichen Fischer Architekten eine zusätzliche Motivation: «Zwei Baugenossenschaften als Bauherrschaften, eine herausfordernde städtebauliche Situation sowie ein starkes Teilnehmerfeld waren für uns der grosse Reiz bei diesem Wettbewerb», sagt Miguel Torres, Architekt und Associate bei Fischer Architekten. Ihr Konzept sah drei Neubauten vor, die ähnlich, aber nicht identisch sind. Für die Baugenossenschaft Turicum sollten verteilt auf zwei Baukörper Wohnungen für Familien und Studierende (der nahen ETH Hönggerberg) entstehen.