Die uralte Blutbuche mitten auf der Bauparzelle in Kriens sahen die Bauherren nicht als Hindernis. Vielmehr haben sie den Prachtsbaum in der Planung mit offenen Armen bei sich aufgenommen.
Die Ausgangslage war positiv und sehr knifflig
Aus positiver Erfahrung heraus war es für die Familie Kleger Ott von Anfang an klar, an welche Tür sie für ihr geplantes Generationenhaus klopfen würden. Ruth Ott – die treibende Kraft hinter dem Bau – hatte bereits für ihre Eltern in Biberstein den Bau eines Renggli-Hauses begleitet. Jetzt, da es um den gemeinsamen Neubau für ihre Schwiegereltern und ihre eigene vierköpfige Familie ging, war Renggli als Totalunternehmung gesetzt. Und sie wünschte sich als Projektleiter auch für dieses ambitionierte Projekt in Kriens niemand anderen als Mario Wapf – ganz in Sinne von: never change a winning horse. Das Vorhaben, in Kriens ein Dreigenerationenhaus zu bauen, barg jedoch einige Tücken. Im Zentrum des Bauplatzes stand eine voluminöse Blutbuche, die zu fällen für keine der drei Generationen eine Option war. Zudem brachte die Lage des Grundstücks verschärftere Grundwasser- und Hochwasserschutzauflagen mit sich.
Logenplätze für den grandiosen Hauptdarsteller
Die Bauherrschaft wünschte sich einen Bau, der sich mit seinen zwei Familienetagen und einer Einliegerwohnung harmonisch in die Landschaft einfügt. Und wie gesagt: Der alten Blutbuche sollte kein Ästchen gekrümmt werden. So viel war klar: Dies erforderte höchste Präzision in der Planung und eine behutsame Vorgehensweise während der Bauphase. Der Baum, so plante es Architekt Lukas Erni, sollte nicht nur erhalten bleiben, sondern die beiden Familien in seiner ganzen Pracht wohnlich durch die vier Jahreszeiten begleiten. Nichts ist dafür geeigneter als Sitzfenster, die den mächtigen Baum gewissermassen Bühnenpräsenz verleihen. Die «Baumschaufenster» stehen heute in beiden Wohnungen ganz oben im Ranking der beliebtesten Wohnzonen der Bewohnerinnen und Bewohner.