Bäumiges Generationenhaus in Kriens

Bauprozess / Architektur / Schöner Wohnen

Bäumiges Generationenhaus in Kriens

Markus Gabriel
Texter | 30.04.2026

Die uralte Blutbuche mitten auf der Bauparzelle in Kriens sahen die Bauherren nicht als Hindernis. Vielmehr haben sie den Prachtsbaum in der Planung mit offenen Armen bei sich aufgenommen.

Zweigeschossiges Mehrfamilienhaus mit Einliegerwohnung von der Gartenseite her gesehen.
Erschliessung über den architektonischen Knick, mit direktem Balkon-Zugang.
Frau liest sitzend im Sitzfenster mit Blick auf grossen Baum
Das Sitzfenster mit Blick auf den mächtigen Baum – das Highlight für drei Generationen.

Die Ausgangslage war positiv und sehr knifflig

Aus positiver Erfahrung heraus war es für die Familie Kleger Ott von Anfang an klar, an welche Tür sie für ihr geplantes Generationenhaus klopfen würden. Ruth Ott – die treibende Kraft hinter dem Bau – hatte bereits für ihre Eltern in Biberstein den Bau eines Renggli-Hauses begleitet. Jetzt, da es um den gemeinsamen Neubau für ihre Schwiegereltern und ihre eigene vierköpfige Familie ging, war Renggli als Totalunternehmung gesetzt. Und sie wünschte sich als Projektleiter auch für dieses ambitionierte Projekt in Kriens niemand anderen als Mario Wapf – ganz in Sinne von: never change a winning horse. Das Vorhaben, in Kriens ein Dreigenerationenhaus zu bauen, barg jedoch einige Tücken. Im Zentrum des Bauplatzes stand eine voluminöse Blutbuche, die zu fällen für keine der drei Generationen eine Option war. Zudem brachte die Lage des Grundstücks verschärftere Grundwasser- und Hochwasserschutzauflagen mit sich.

Küche mit dunkler Farbe: Dunkelgrau
Ruth Ott: «Unser Mut zu einer schwarze Küche – darauf bin ich richtig stolz.»
Familie sitzt am Tisch beim Essen
Die wunderschöne Küche ist das Herzstück. Und nach dem Kochen wird gemeinsam das Essen genossen.
Wohnzimmer mit Feuer im Ofen und Sitzfenster
Junge Frau spielt am Klavier in ihrem Zimmer
Badezimmer mit Badewanne, zwei Lavabos mit erdigen Farbtönen

Logenplätze für den grandiosen Hauptdarsteller

Die Bauherrschaft wünschte sich einen Bau, der sich mit seinen zwei Familienetagen und einer Einliegerwohnung harmonisch in die Landschaft einfügt. Und wie gesagt: Der alten Blutbuche sollte kein Ästchen gekrümmt werden. So viel war klar: Dies erforderte höchste Präzision in der Planung und eine behutsame Vorgehensweise während der Bauphase. Der Baum, so plante es Architekt Lukas Erni, sollte nicht nur erhalten bleiben, sondern die beiden Familien in seiner ganzen Pracht wohnlich durch die vier Jahreszeiten begleiten. Nichts ist dafür geeigneter als Sitzfenster, die den mächtigen Baum gewissermassen Bühnenpräsenz verleihen. Die «Baumschaufenster» stehen heute in beiden Wohnungen ganz oben im Ranking der beliebtesten Wohnzonen der Bewohnerinnen und Bewohner.

Ruth Ott, Bauherrin
Quotes
Mit einem kompetenten Generalunternehmen als Partner kann man mit viel Gelassenheit in das Bauprojekt starten. Ruth Ott, Bauherrin
Mario Wapf, Teamleiter Projektmanagement und Projektleiter, Renggli AG
Quotes
Da wir bereits 2019 für die Eltern von Ruth Ott in Biberstein ein Haus bauen durften, wollten wir auch diesmal die hohen Erwartungen auf jeden Fall erfüllen. Was auch gelang. Mario Wapf, Teamleiter Projektmanagement und Projektleiter, Renggli AG

Ein Dach, viele Herausforderungen, mehrere Generationen

Wo gebaut wird, gibt es immer auch Herausforderungen und Bedenken, die aus dem  Weg geräumt werden müssen. So empfahl der Bauingenieur aufgrund der schlechten Baugrundverhältnisse, die Fundation mit Verdrängungspfälen zu stärken. Zudem
musste zum Schutz vor Hochwasser das Trottoir erhöht werden. Persönliche Überlegungen betrafen das Zusammenleben mit den Schwiegereltern bzw. den Eltern: Geht das unter einem Dach? Die Familie Kleger Ott wird oft von Gästen und Freunden darauf angesprochen. Ihre Antwort: Ja, es funktioniert hervorragend – wenn man offen spricht und gemeinsam plant. Mit dem Umzug von Steinhausen nach Kriens sind auch ihre Schwiegereltern glücklich, denn entstanden ist ein wunderschönes Wohnhaus aus Holz für drei Generationen. Das scheint der Wunsch vieler Familien zu sein. Die Kleger Otts zeigen, wie es gelingen kann.

Bei einem Bauvorhaben ist Gelassenheit ein Zeichen von Kompetenz

Ein weiterer Schlüssel zum Erfolg ist die Kommunikation zwischen Totalunternehmung und Auftraggeber. «Ein kompetenter Partner kann einem viele Sorgen nehmen», sagt Bauherrin Ruth Ott. Für sie war das Projekt von Anfang an geprägt von der ansteckenden Gelassenheit ihres Baupartners. «Sehr zuvorkommend, offen, direkt und ehrlich », beschreibt Lukas Erni den Austausch mit der Bauherrschaft. Der Lohn: ein rundum geglückter Neubau, der mit einem architektonischen Knick vor einem alten Baum, mit gediegenen, langen Terrassen und grosszügigen Räumen drei Generationen glücklich macht. Dass die Markisen nicht über die ganze Länge des Balkons verlaufen, ist das Einzige, was Ruth Ott heute anders machen
würde. Ansonsten bleiben keine Wünsche offen. Zum tollen Ergebnis hat ausserdem Alfons (83) beigetragen, der wohl älteste noch aktive Gipser der Schweiz (er war schon 2002 beim Renggli-Büroneubau in Sursee tätig). Auch aus Handwerkersicht: ein Mehrgenerationenhaus.

Küche mit Kücheninsel in weiss
Die zweite Wohnung verfügt ebenfalls über eine Kücheninsel, ist jedoch in weiss gehalten.
Opa und Enkel beim Schachspielen am Küchentisch, im Hintergrund die Küche mit Kücheninsel
dreigeschossiges Mehrfamilienhaus mit Garageneinfahrt und Eingang
Die etwas steilere Garageneinfahrt ist dem Hochwasserschutz geschuldet.
Dreigeschossiges Mehrfamilienhaus von oben mit Photovoltaikanlage auf dem Dach
Die Photovoltaikanlage auf dem Dach leistet wichtige Dienste und versorgt die Familien mit ökologischem Strom.
BauherrschaftRuth Ott und Remo Kleger
ArchitekturRenggli AG
BaustandardMinergie
Baujahre2024–2025
KonstruktionHolzsystembau
FassadeNordische Fichte, nicht deckend farbig lasiert
Nutzung1 × 2.5-Zimmer-Einliegerwohnung
1 × 4.5-Zimmer-Wohnung
1 × 5.5-Zimmer-Wohnung
Leistungen Renggli AGTotalunternehmung
Architektur
Holzbau-Engineering (Statik und Bausystem / Brandschutz / Schallschutz und Akustik / Energie, Wärme- und Feuchteschutz)
Holzbau

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Über den Autor

Markus Gabriel ist Inhaber und Creative Director bei der Agentur Angelink. Er schreibt seit Jahren Texte für das Renggli-Kundenmagazin «Faktor Raum».