In Uster zeigt die enge Verknüpfung von Planung und Ausführung, wie man der Komplexität eines Grossprojekts kosteneffizient beikommen kann. Man nennt es Design-Build-Methode.
Die Umsetzung in Beton mit Fassaden aus Holz war für die Überbauung «Im Zelg» bereits beschlossene Sache. Gleichwohl erlaubte sich der grösste Immobilienfonds der Schweiz, die Turintra AG (UBS Fund Management (Switzerland) AG), diesen Plan nochmals zu überdenken – aus Nachhaltigkeitsgründen. War es denkbar, die fünf Mehrfamilienhäuser mit total 164 Mietwohnungen eins zu eins auch komplett in Holz umzusetzen – ohne Budgeterhöhung? «Ja», sagte der Geschäftsführer des Gesamtleisters, Rhomberg Bau AG, Philipp Hirt, wenn einerseits die geplante Tiefgarage zugunsten eines nachhaltigeren Mobilitätskonzepts reduziert wird und wenn sich andererseits mit der Design-Build-Methode alle Gewerke auf dieses Ziel einschwören. Doch der Reihe nach.
Der Design-Build-Ansatz ist eine Win-win-win-Methode
Der Richtungswechsel in dieser fortgeschrittenen Phase des Projekts war ambitioniert – auch wenn die nahezu identischen Gebäude wie geschaffen für die effiziente serielle Fertigung im Werk waren. Und mit den innovativen, biegesteifen TS3-Deckenelementen der Firma Timbatec liess sich das architektonische Konzept ohne Tragbalken auf die Holzbauweise übertragen. Dank des neuen Zusammenarbeitsmodells «Design Build» wurden alle Baupartner schon in der Planungsphase eingebunden, wodurch Lösungen entwickelt werden konnten, die das Budget einhalten. Das ist die Quintessenz der Design-Build-Methode, die sich als Win-win-win-Methode für Kundin, Partner und Investorin herausstellen sollte. Die Planungsphase nimmt dabei mehr Zeit in Anspruch, und man könnte meinen, die Kosten im Holzbau müssten steigen. Aber wenn sich damit die Bauarbeiten bei so einer grossen Überbauung um bis zu einem Jahr verkürzen lassen, dann sieht die Gesamtkostenrechnung gleich wieder anders aus: Die früher realisierten Mieteinnahmen gleichen nämlich die Mehrkosten locker aus.