Die Previs Vorsorge realisiert in St. Gallen zwei Mehrfamilienhäuser mit ca. 110 Wohnungen. Sie hat den Wettbewerb mit der Bietergemeinschaft aus Burkhalter Sumi Architekten, SMC Management Contractors und der Renggli AG gewonnen. Weshalb will sie in einen Holzbau investieren? Im Interview erklärt der Projektverantwortliche die Gründe.

 

Visualisierung eines Balkons mit Erschliessung der Wohnungen und einer Familie
Visualisierung der geplanten Überbauung «Waldacker» für die Ortsbürgergemeinde St. Gallen

Sandro Haenni, Sie sind Projektleiter Immobilien bei der Previs Vorsorge, dem Investor hinter dem Projekt «Waldacker». Was war Ihr erster Gedanke, als Sie vom Gewinn des Wettbewerbs erfahren haben? 

Ich liess einen innerlichen Freudenschrei los und ein lautes: YEAH, we did it! Da war ich gerade für die Previs Vorsorge im Wallis unterwegs, um weitere Projektinvestitionen zu erörtern. 

Es gibt etliche Bauherrschaften, die Massivbauten den Holzbauten vorziehen. Hatten Sie auch Vorbehalte gegenüber Holz? 

Ja, ich war kritisch bezüglich Kosten, Dauerhaftigkeit und Unterhalt. Ich dachte an die Verwitterung der äusseren Elemente, an den Werterhalt. Heute sehe ich dies mit anderen Augen. Aus meiner früheren Tätigkeit als Architekt bei Bauart Architekten hatte ich bereits viel Kontakt mit dem Holzbau. Ich war daher von gewissen Eigenschaften des Holzbaus bereits überzeugt. 

Welche Aspekte sehen Sie als positiv? 

Das Raumklima und der Gedanke an die Nachhaltigkeit, die immer wichtiger wird. Den schonenden Umgang mit den Ressourcen schulden wir unserer Um- und Mitwelt sowie den kommenden Generationen. 

Alle sprechen von ökologischen Bauprojekten – Hauptsache, Minergie. Aber weshalb dann noch Holz? 

Holz ist im Moment der einzig natürlich nachwachsende Rohstoff, den wir haben und den wir in der Schweiz zu wenig nutzen. Wir wenden uns ein wenig von Minergie ab. Bauen nach neuen Normen wie zum Beispiel SNBS ist die Zukunft. Darin wird nicht nur das Gebäude und dessen Effizienz miteinbezogen, sondern auch die Gesellschaft, das Umfeld und vieles mehr.

Aussenvisualisierung mit beiden Gebäudezeilen und Grünfläche in der Mitte.
Visualisierung der geplanten Überbauung «Waldacker» für die Ortsbürgergemeinde St. Gallen

Was ist Ihnen bei der Zusammenarbeit mit Partnern besonders wichtig? 

Kein Thema darf unausgesprochen bleiben, jeder soll sich einbringen. Eine offene und direkte Kommunikation erleichtert die Zusammenarbeit sehr. Sie kann bisweilen auch Konfliktsituationen entfachen, die jedoch im Team gesucht sind und die dann im Team gelöst werden müssen. Mit diesem Team hat mir die Kommunikation bis heute grosse Freude bereitet. 

Wo sehen Sie bei diesem Projekt Knackpunkte? 

Die Kosten und die Qualität im Griff zu behalten. Da sind wir jedoch mit Renggli als Partner gut aufgestellt. Das Projekt liefert für den Markt St. Gallen ein neuartiges Wohnkonzept, das gut vermarktet werden muss. Wir müssen die zukünftigen Bewohner vom nachbarschaftlichen Wohnen überzeugen. Und zum Beispiel auch davon, dass nicht mehr jede Wohnung über einen Parkplatz verfügen wird, dafür über ein eigenes Carsharing. Dies ist ein Trend, der in allen Schweizer Städten zu beobachten ist. Eine enge Zusammenarbeit und offene Kommunikation, intern wie extern, sind dafür notwendig. 

Was gefällt Ihnen an der Architektur und Landschaftsgestaltung des Projekts? 

Die Bauten schmiegen sich längs an das natürliche Gelände an. Sie bilden gemeinsam einen Innenraum, der den Bewohnern als Begegnungs und Kommunikationsraum dient und durch die Veranden zusätzlich gefördert wird. Der Blick zu einem der St. Galler Wahrzeichen, dem Tröckneturm, ist offen. Alle Wohnungen bieten sowohl Sicht in den Hof wie auch Sicht nach aussen. 

Was sollen die Mieter und Besucher mitnehmen, erfahren, lernen? 

Das Leben hat viele und zumal kurze Facetten. Es ist einfacher gemeinsam.

Porträtfoto von Sandro Haenni
Sandro Haenni, bis vor kurzem Projektentwickler, Projektleiter Immobilien, Previs Vorsorge

Referenz

So sieht die damals geplante Überbauung aus:

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Kommentare zu
«Deshalb investieren wir mit «Waldacker» in einen mehrgeschossigen Holzbau»

Kommentare (2)

    03.03.2018

    Hausbau Franz

    Warum ist Holz nicht mit einem Minergie Haus vereinbar?

    05.03.2018

    jtroehler

    Guten Tag Herr «Hausbau»

    Holz ist sehr wohl mit Minergie vereinbar. Sie können Sich dazu durch unsere Referenzen von Holz-Minergie-Bauten klicken: https://www.renggli.swiss/de/referenzen/

    Sandro Haenni von der Previs Vorsorge erläutert hier, weshalb andere Standards sie aktuell mehr überzeugen.

    Beste Grüsse,
    Renggli AG, Jeanine Troehler

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